Chronik

Was mag die Merkenicher Bürger im Jahre 1906 veranlasst haben, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen:

Einmal waren es die vielen Brände, bei welchen Hab und Gut verloren gingen. Was fleißige Hände erarbeitet hatten, zerstörte das Feuer über Nacht. Die noch nicht unter den Gedanken des Brandschutzes errichtete Bausubstanz war für diese Gefahren anfällig.

Zum anderen war es die Liebe zur Heimat, die eine der Wurzeln des „Freiwilligen Dienstes" an der Gemeinschaft ist.

Bis zum Jahre 1906 wurde Merkenich, wie die übrigen Orte des heutigen Kölner Nordens, von der Feuerwehr Worringen betreut.

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Zu dieser Zeit gab es in der damaligen Bürgermeisterei Worringen nur eine Löschgruppe. Mit der Zunahme der Bevölkerung und dem Anwachsen der Orte innerhalb der Bürgermeisterei Worringen reichte das jedoch nicht mehr aus. Nicht zuletzt durch die langen Anfahrtswege war eine schnelle Brandbekämpfung unmöglich.

So fanden sich am 17. Juni 1906 einige Idealisten zusammen um die eigene Löschgruppe Merkenich der Freiwilligen Feuer-hehr ins Leben zu rufen.

Etwa zur gleichen Zeit wurden auch die Löschgruppen Roggendorf, Fühlingen und Weiler gegründet. Bei jedem größeren Brand im Kölner Norden unterstützten die Wehren sich gegenseitig. So ist es auch bis in die heutige Zeit geblieben.

Die Weitsichtigkeit und Notwendigkeit dieser Gründung zeigte sich erst später. Die starke Industrialisierung im Kölner Norden weitete den Schutzgedanken aus. Nicht nur das persönliche Hab und Gut der Bürger war zu schützen, auch deren Arbeitsstätten mussten vor Vernichtung - auch im präventiven Bereich - bewahrt werden.

Die Ausrüstung ließ zu dieser Zeit viel zu wünschen übrig. Dessen ungeachtet rückte man dem Feuer mit den damals üblichen einfachen Feuerlöschgeräten zu Leibe. Hierbei musste der Einsatz des Einzelnen voll und ganz zu Geltung kommen um des Feuers Herr zu werden und Hab und Gut des Nächsten zu schützen und zu erhalten.

Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges und die Einberufungen der aktiven Mitglieder kam auch die Tätigkeit der Wehr fast völlig zum Erliegen.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges standen die nicht zur Wehrmacht eingezogenen oder in einer Hilfsorganisation eingesetzten Kameraden der Wehr vor neuen, schwierigen Aufgaben der freiwilligen Tätigkeit.

Nach den schweren Jahren der Kriege fanden sich wieder junge Kameraden um die entstandenen Lücken zu füllen.

Bis dahin wurden die Geschicke der Wehr von den folgenden Wehrführern geleitet:
BM Wilhelm Boden
BM Johann Odenthal
BM Heinrich Dick

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Wehr im Jahre 1949 von Wehrführer
BM Theo Kluth
wieder aufgebaut.

Da dieser im Jahr 1956 bei den Ford-Werken die dortige Werkfeuerwehr mit aufbaute trat er als Wehrführer von seinem Amt zurück.

Um diese Lücke zu schließen, übernahm
BM Johann Kuhlewind
im März 1956 die kommissarische Führung der Wehr bis zur Hauptversammlung am 08.11.1956.

Auf dieser Versammlung wurde der damalige
OFM Wilhelm Mompour
zum neuen Wehrleiter gewählt.

Im Oktober 1956 konnte die Löschgruppe das 50jährige Bestehen feiern.

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Bis ins Jahr 1960 fuhr die Wehr mit einem Schlauchkarren, auf die eine Tragkraftspritze (TS8/8) eingeschoben wurde zu Ihren Einsätzen. Dieser Handkarren musste noch von den Kameraden gezogen werden. Später wurde dann eine traktorfähige Deichsel angebaut, und schon war die Löschgruppe mobil.

Bis zum Jahr 1960 fuhr die Wehr mit einem Schlauchkarren, auf den eine Tragkraftspritze TSA 8 eingeschoben wurde zu den Einsätzen und Übungen. Anfangs wurde dieser Karren noch von mehreren Kameraden gezogen. Später wurde die Deichsel des Schlauchkarrens so umgebaut, dass dieser dann von einem Traktor gezogen werden konnte.

Dann kam ein großer Tag in der Geschichte der Löschgruppe:
Am 16. Oktober 1960 wurde anlässlich des Jubilarenfestes das neue, kommunale Gerätehaus sowie ein Löschfahrzeug (ein VW-Bus) von Herrn OBR Böttcher eingeweiht und an die Wehr übergeben. Die Einsegnung erfolgte durch Herrn Pfarrer Sünkler.

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Am 3. Juni 1962 konnte die Löschgruppe beim Kreis-Feuerwehrtag in Flittard ihre Schlagkraft unter Beweis stellen. Nachdem sie bei der Vorentscheidung am Vortag den zweiten Platz im Schnelligkeitswettbewerb errang, belegte sie nach dem Endkampf den ersten Platz.
Leider reichte es im folgenden Jahr nur zu einem zweiten Platz.

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Am 08. März 1964 wurde der Löschgruppe auf der Branddirektion durch Herrn Oberbranddirektor Dr. Ing. Gelbert das neue Fahrzeug, LF-TS 8, überreicht.

Im Jahr 1965 führte HBM Willi Mompour mit der Stadt Köln die ersten Gespräche über den Aufbau des Katastrophen- und Zivilschutzes.
Daraufhin wurde 1968 in Merkenich ein Zivilschutzlager aufgebaut, zu dem auch eine Werkstatt und ein Schlauchlager gehörten.
In dieser Zeit erhielt die FF Merkenich die ersten Bundesfahrzeuge: 1 TLF 16, 1 SKW-2000, 1TLF 8 und einen FuKo.
Später wurden die Großfahrzeuge gegen 5 weitere TLF 8 getauscht. Der Fuhrpark der Wehr bestand nunmehr aus einem LF-TS 8 und sechs TLF-8.

Im Jahr 1979 wurde BM Peter Krohm zum Löschgruppenführer gewählt.

In diesem Jahr erhielt die Löschgruppe auch ein neues LF8.

Am 17. Juni 1981 konnte die Wehr ihr 75jähriges Bestehen im Festzelt auf dem Schützenplatz feiern. Im Rahmen dieser Feier wurden auch Jubilare für 25- und 40jährige Zugehörigkeit in der Löschgruppe geehrt und aktive Kameraden befördert.

Zwei Tage lang war das Rheinufer von Merkenich, am 26. und 27.September 1981 Treffpunkt von ca. 600 Feuerwehrleuten.
Die Freiwillige Feuerwehr Merkenich richtete hier den Leistungsnachweis des Stadtfeuerwehrverbandes aus

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1982 wurde der stille Alarm eingeführt und die Löschgruppe erhielt die ersten Funkmeldeempfänger.

Durch den plötzlichen und viel zu frühen Tod des Wehrführers HBM Peter Krohm am 04. April 1987 wurde die Leitung an
OBM Josef Raubach
übergeben.

Im Herbst des Jahres 1987 erhielt die Löschgruppe ein neues LF 16 TS und einen RW 1, nachdem der TÜV sie von den TLF 8 getrennt hatte.

 

Am 01. Januar 1993 wurde
OBM Hans Schüller
zum neuen Wehrführer gewählt.

Im Rahmen der Sparmaßnahmen durch den Bund mussten wir im Herbst des Jahres 1994 den Rüstwagen wieder abgeben.
Wir erhielten jedoch ein fabrikneues LF 8/6, welches von zwei Kameraden bei der Firma Ziegler in Ulm abgeholt wurde. Die offizielle Übergabe erfolgte durch den leitenden Branddirektor Dipl. Ing. Stephan Neuhoff und die Einsegnung durch Pfarrer Heribert Meurer.

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Da der OBM Hans Schüller aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr ausschied, wurde
BM Conrad Hackenbroich
am 01. Juni 1995 zum neuen Löschgruppenführer gewählt.

Die Alarmierung wurde von analoge auf digitale Funkmeldeempfänger umgestellt.

Die Einsatztätigkeit der Löschgruppe beschränkt sich nicht nur auf Merkenich. Immer wieder wird die Löschgruppe auch bei Großschadensereignissen und zu Wachbesetzungen alarmiert.
Wie zum Beispiel:
• Brand im Ersatzteillager der Ford-Werke
• Feuer auf der Mülldeponie in Liblar
• Beseitigung von Sturmschäden nach Sturm „Wiebke"
• Hauseinsturz in Ehrenfeld
• Wasserschäden nach starken Gewittern
• Weihnachtshochwasser 1993
• Jahrhunderthochwasser 1995

Besonders bei den Hochwassern war die Löschgruppe im gesamten Stadtgebiet tagelang eingesetzt.

Im Jahr 1995 unterstützten wir den Feuerwehr-Triathlon, an dem auch 3 aktive Kameraden der Löschgruppe teilnahmen. Im Sommer des Jahres gaben wir das erste Exemplar unserer Feuerwehrzeitung zur Information der Feuerwehrmitglieder und der Merkenicher Bevölkerung heraus. Nach mehrjähriger Ruhepause unternahmen wir dann im September wieder eine Tagestour mit unseren Partnerinnen, den Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung und den fördernden Mitgliedern. Anfang Dezember wurde erstmalig vor der Unterkunft ein Weihnachtsbaum aufgestellt, dessen Beleuchtung aber bereits nach 2 Wochen zerstört wurde. In diesem Jahr musste für die aktiven Kameraden der Heiligabend zuhause ausfallen, da wir zum Großfeuer bei „Klöckner Humbold Deutz" alarmiert wurden.
Die ersten Monate des Jahres 1996 wurden von den Vorbereitungen zur Feier des 90jährigen Bestehens der Löschgruppe bestimmt. Das Fest, an dem wir auch einen „Rheinischen Abend" im ausverkauften Festzelt veranstalteten, wurde dann ein großer Erfolg.

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Im August des Jahres besuchten wir mit unseren Frauen die Löschgruppe Weinähr an der Lahn zu deren Jubiläum. Leider wurden unsere Partnerinnen dort so vom „Blutorangenvirus" befallen, dass in einigen Familien Sonntags das Mittagessen ausfiel. Nachdem unser Tannenbaum im Vorjahr großen Anklang gefunden hatte wurde diese Aktion auch in diesem Jahr wieder gestartet. Da jedoch die Spitze des ersten Baumes unserer unbändigen Kraft zum Opfer fiel, musste das Tannenbaumaufstellen am folgenden Wochenende wiederholt werden.

Das 125-jährige-Bestehen der Berufsfeuerwehr Köln im Jahr 1997 prägte auch das Geschehen und die Aktivitäten in der Löschgruppe. So wurde z.B. die Ausstellung in der Hauptstelle der Stadtsparkasse von uns mit aufgebaut und diese sowie die offizielle Feier auf dem Neumarkt, von uns besucht. Für den im Vorfeld erschienenen Bildband „Die Kölner Feuerwehr" hatten wir uns als markanten Punkt in Merkenich die Autobahnbrücke ausgesucht. Leider fand diese Fotosession an einem total verregneten Sonntagvormittag statt, die uns jedoch in Erinnerung bleiben wird. Erstmalig wurde das Weihnachtsbaumsetzen mit einem Adventbasar verbunden. Besondere Einsätze waren der umgestürzte Kran auf das St. Agatha-Krankenhaus, die Evakuierung eines Altenheimes in Deutz nach Bombenfund und das Feuer in einer Kunststoff-Verpackungsfirma.
Bei dem Jahr 1998 handelte es sich für unsere Löschgruppe um ein relativ ruhiges Jahr. Außer den mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Aktivitäten, wie Unterstützung von Feuerwehr-Triathlon und Köln-Marathon, Betreuung diverser Martinsfeuer sowie die Teilnahme an den Veranstaltungen der Ortsvereine und befreundeter Löschgruppen entfielen in diesem Jahr der Großteil der Einsatzstunden auf Hochwasseralarme.
Seit 1999 wird die Löschgruppe Rheinkassel-Langel mit der Löschgruppe Merkenich zusammen alarmiert. Das neue Einsatzgebiet erstreckt sich somit von der Einfahrt des Niehler Hafens bis kurz vor Worringen. Anlässlich der Nikolausfeier wurde der langjährige Nikolaus OFM a.D. Hans Kluth zum Ehrenbrandmeister ernannt. Mit der Berufsfeuerwehr wurden mehrere Gespräche über einen evtl. Umbau bzw. Neubau unserer Unterkunft mit dazugehöriger Grundstückssicherung geführt. Der ungewisse Übergang ins neue Jahrtausend erforderte eine umfangreiche Silvesterbereitschaft.

Zu Beginn des Jahres 2000 wurde uns die Halle auf dem Gelände von Frau Becker aufgekündigt. Wir hatten somit von heute auf morgen keine Unterstell-Möglichkeit mehr für das LF 16 TS und die diversen, in dieser Halle gelagerten, Sachen. Dann hatten wir jedoch das große Glück, dass wir das Fahrzeug in der Scheune des Kameraden Bernward Pilgram unterstellen konnten. Da uns auch der Schulungsraum genommen wurde mussten wir mit unserem Unterricht in das Pfarrheim ausweichen, welches uns von der Pfarrei unbürokratisch zur Verfügung gestellt wurde.

 

Da in Merkenich anscheinend das „Heiratsfieber" grassierte konnten wir 2001 an drei „grünen" Hochzeiten von aktiven Kameraden teilnehmen. Nachdem im Vorjahr schon unser Ehrenbrandmeister Hans Kluth und seine Gattin Gertrud ihre Goldene Hochzeit feierten konnten dies in diesem Jahr auch Paul und Käthe Mahlburg. Auf Einladung der FF Elisabethzell im Bayrischen Wald nahmen wir an deren 125 jährigen Stiftungsfest teil. Nach massiven Gesprächen mit der Berufsfeuerwehr erhielten wir umgehend einen Materialcontainer, der jetzt hinter unserer Unterkunft steht. Somit konnten wir in den nächsten Monaten unseren Unterricht, wenn auch sehr beengt, in unserem „Büro" abhalten.

Zu den spektakulären Einsätzen im Jahr 2002 gehörte der bei den Wasserschäden nach dem Unwetter in Esch. Ein Großteil der Einsatzstunden der Wachbesetzung entfiel auf die Aktion „Sandsäcke für Leipzig". Auch in diesem Jahr wurden wieder Gespräche über den Neubau unserer Unterkunft mit der Berufsfeuerwehr geführt. Ebenso kam es zu Gesprächen über einen möglichen Zusammenschluss mit der Löschgruppe Rheinkassel-Langel. Nach intensiven Gesprächen über die Ausrückezeiten und die Motivation in der Löschgruppe wurde das LF 16/TS aus „Pilgrams-Scheune" mit in die Fahrzeughalle integriert. Hierfür waren kleine Umbaumaßnahmen erforderlich, die jedoch erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Da wir nach dem Umzug der Spinde aus der Fahrzeughalle in das „Büro" nunmehr gar keinen Aufenthaltsraum mehr hatten wurden uns 2 Wohncontainer zugeteilt.

Bei dem Einsatz „brennendes Schiff auf dem Rhein" konnten wir 2003 die Geländetauglichkeit unseres LF 16 TS unter Beweis stellen. Die Grundstückssicherung für den Neubau der Unterkunft wurde abgeschlossen, die Löschgruppenführung erhielt Einblick in die Baupläne der Neubauten von Widderdorf und Zündorf und stimmte dem gleichen Baustil zu.

Die Löschgruppe konnte 2004 erstmalig nicht am Leistungsnachweis teilnehmen, da kein Leistungsnachweis stattgefunden hat. An der Stadtmeisterschaft konnten wir wegen Terminüberschneidungen auch nicht teilnehmen. Aus diesem Grunde mussten wir zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit eine Übung vor der Berufsfeuerwehr abhalten. Die Planungsphase für den Neubau ist abgeschlossen und die ersten Gelder wurden bewilligt.

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